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Stadtteil Hilsbach

Rathaus Hilsbach
Rathaus in Hilsbach

Hilsbach liegt im Quellgebiet des gleichnamigen Baches, ei­nes Zuflusses der Elsenz, und wurde erstmals 798 im Lorscher Codex in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Lorsch als „Hilleresbach“ erwähnt.

Die erste Siedlung lag vermutlich im Tal des Hilsbaches, der heutigen Unterstadt. Um das Jahr 1310 wurde Hilsbach zur Stadt erhoben und auf den Berg, der heutigen Oberstadt, ver­legt. Die Stadt wurde mit einer 20 Meter hohen Festungsmauer umgeben. Das von dieser Stadtmauer umfasste Gebiet betrug 250 x 200 Meter. Im gleichen Jahr übertrug Konrad von Oettin-gen Hilsbach an den Pfalzgrafen Rudolf I. und dessen Bruder Ludwig. Das Hilsbacher Stadtsigel enthält daher die Rauten des kurpfälzischen Wappens geteilt durch den Hilsbach. Die Micha-elskirche, um 1300 gebaut, ist dem heiligen Michael geweiht. In den Mauern der alten Stadt besaßen neben der Pfalzgrafschaft die Reichsritter von Renchingen, Gemmingen und Venningen Steinhäuser und Grundstücke. Von den Deutschordensrittern kündet das an der heutigen Verwaltungsstelle eingemauerte Prachtwappen, das ursprünglich im Pfarrhaus - Baujahr 1744 - eingemauert war.

Kurfürst Ludwig V. veranlasste 1521 den Bau einer Kelterei. Im Bauernkrieg 1525 schloss sich der damalige Bürgermeis­ter Christoph Haffner mit der Mehrzahl der Einwohner den Aufständischen des „Kraichgauer Haufens“ unter Führung des Pfarrers Anton Eisenhut an. Sie plünderten die gerade erbaute Kellerei und zogen anschließend zur Burg Steins-berg, wo sie ein „Lustfeuer“ entfachten. Im 30-jährigen Krieg wurde der Ort durch Tillys Truppen eingenommen, und die Bevölkerung wurde auf barbarische Weise dahingemetzelt. Im späten 17. Jahrhundert wurden zahlreiche Siedler aus Frankreich und der Schweiz aufgenommen. 1803 kam Hils-bach zum neu gegründeten Fürstentum Leiningen. 1806 kam Hilsbach mit der Leiningenschen Standesherrschaft zu Baden und im Jahre 1849 an das Badische Bezirksamt Sinsheim. Als Amtsstadt gewann Hilsbach im 19. Jahrhundert durch den Sitz eines fürstlichen Justizamtes an Bedeutung.

Hilsbach - Rapsfeld
Rapsfeld auf Gemarkung Hilsbach

Beim Gang durch das heutige Hilsbach hält so manches Ge­bäude die historische Vergangenheit wach. Das Wachthaus mit seinem imposanten Säulengang, das 1808 erbaut wurde und in seiner jetzigen Gestalt aus dem Jahr 1823 stammt, diente als Zollamt und Amtsstube des Nachtwächters, später als Poli­zeiposten und Ortsgefängnis. Von der kurpfälzischen Amtskel­lerei aus dem 16. Jahrhundert sind nur noch ein Turm und ein Keller erhalten. Ebenfalls fragmentarisch steht noch ein Teil der Stadtmauer. Bis 1806 gab es fünf Türme, davon zwei Tortür­me. Der Zentturm an der südöstlichen Ecke der Stadt ist in ein Wohnhaus integriert. Die evangelische Michaelskirche geht auf einen gotischen Chorturmbau des 13. Jahrhunderts zurück, die ab 1705 als Simultankirche genutzt wurde. Der Chor gehörte den Katholiken, das Schiff den Reformierten. Hier befindet sich auch das alte Schul- und Pfarrhaus, das ab dem späten 16. Jahr­hundert als reformiertes Schulhaus, ab 1708 bis 1843 als Wohn­haus des katholischen Pfarrers diente. Das Judenviertel ist ein historisch erhaltenes Quartier der einstigen jüdischen Gemein­de, in dem sich im 19. Jahrhundert auch die Synagoge befand.

Mitten im Ort ragt ein Naturdenkmal, eine alte Tanzlinde, mit ihrem charakteristischen Ästekranz empor. Sie wurde dort um 1805 gepflanzt. Ein ausgeschildeter „historischer Stadtrund­gang“ führt durch die romantischen Gassen der Altstadt zu den Sehenswürdigkeiten.
Die Eingemeindung Hilsbachs als Stadtteil von Sinsheim erfolgte 1971. Durch die Erschließung neuer Baugebiete „Kreuzäcker“ und „Kleinfeld“ sind die Bevölkerungszahlen in Hilsbach bis dato ständig gestiegen. Dies hatte Auswir­kungen auf die örtliche Infrastruktur und führte zu folgen­den baulichen Maßnahmen:
1981: Bau einer gemeinsamen Grundschule für Hilsbach und Weiler
1982: Einrichtung einer neuen Verwaltungsstelle im ehemaligen Schulhaus
1990: Bau einer Schulturnhalle bei der Grundschule
1995: Eröffnung des städtischen Kindergartens für Hilsbach und Weiler
2017: Sanierung der Festhalle mit Umgestaltung des Vorplatzes

Von April 1990 bis Dezember 1999 fand die Gemeinde Auf­nahme im Landessanierungsprogramm „Ortskern Hilsbach“ mit einem Förderrahmen von ca. 3,3 Millionen Euro. Das Sanierungsprogramm hat den alten Ortskern städtebaulich wieder attraktiv gemacht und „neues Leben“ in den Ort ge­bracht. Ein Höhepunkt im Stadtteil war die 1200-Jahr-Feier im Jahr 1998. Hierzu wurde auch eine Ortschronik veröffentlicht.
Im Jahr 2001 wurde der Gemeinde Hilsbach anlässlich des 20. Landeswettbewerbes „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“ eine Bronzemedaille verliehen.

Im Rahmen einer Flurbereinigungsmaßnahme im Hilsbacher Rebgebiet „Eichelberg“ wurde der „Erlebnisweg Hilsbacher Eichelberg“ geschaffen. Der Erlebnisweg ist außerordentlich beliebt und sehr familienfreundlich. Er bietet auf einer Rundwanderroute mit ca. 5 km Gesamtlänge 13 Stationen mit viel Wissenswertem zum Eichelberg und seiner Umgebung inklusive Spiele und Rätsel für Kinder. Von der Aussichtsplattform kann man einen einmaligen Ausblick auf die umliegende Landschaft des Kraichgaus genießen. Hilsbach liegt in einer wunderschönen Landschaft, hat eine intakte Infrastruktur und ist verkehrsmäßig gut angebunden. Ein reges Vereinsleben und Veranstaltungen, wie das Dorffest und der Fasching mit den Hilsbacher Katzen, Gaststätten, Hotels und Naherholungsmöglichkeiten sorgen für eine hohe Wohn- und Lebensqualität.

 
Wappen Hilsbach

Stadtverwaltung Sinsheim

Verwaltungsstelle Hilsbach
Lampertsgasse 14
74889 Sinsheim
Tel.: 07261 404-525
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